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Wirtschaften auf Kosten der Menschenrechte

Welche Verantwortung tragen Unternehmen gegenüber der Gesellschaft, welche Verantwortung müssen sie tragen? Mit dieser Frage beschäftigten wir uns im April anlässlich der Hannover-Messe, deren diesjähriger Partner Indien war.

Michael Gottlob, Indien-Experte bei amnesty international berichtete von den Auswirkungen der Katastrophe von Bhopal in 1984, die bis heute nicht ausreichend aufgearbeitet wurde. Damals hatte ein Unfall in einem Chemiewerk im indischen Bhopal eine Katastrophe erzeugt, der viele tausend Menschen zum Opfer fielen – mehrere 100.000 Menschen erlitten Verletzungen.

Bis heute wurden aus Sicht von amnesty international weder die Ursachen zur Genüge aufgeklärt, noch sind Hinterbliebene und Geschädigte ausreichend entschädigt worden. Unternehmen und Politik haben in diesem Fall die Augen verschlossen und haben sich aus der Verantwortung entzogen – für uns ein klarer Verstoß gegen die Menschenrechte.

Gemeinsam mit den vielen Gästen im Publikum und Unternehmensberaterin Dr. Annika Schudak diskutierten wir, welche gesellschaftlichen Aufgaben und welche Verantwortung ein Unternehmen heute trägt. Faktoren wie Umweltschutz, Ethik oder Menschenrechte spielen für viele Unternehmen – wenn überhaupt – nur eine sekundäre Rolle. Unter dem Stichwort „Corporate Social Responsibility“ ändert sich diese Sichtweise bei einigen Unternehmen jedoch: Sie sehen verantwortliches Handeln als Unternehmen auch als Chance.

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