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Die Guarani Kaiowá Apika'y

Unser neuer Gruppenfall ist die indigende Gemeinde der Guarani Kaiowá Apika'y in Brasilien. Bei dieser im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul in Armut lebenden Gruppe, handelt es sich um eine Gemeinde von Indigenen, die im Laufe der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts von ihren Ländereien vertrieben wurden. 2007 unterschrieb die FUNAI (Fundação Nacional do Índio / Nationale Stiftung der Indigenen) zusammen mit dem Justizministerium, den Bundesstaatsanwälten und 23 indigenen Führern eine Verwaltungsvorschrift, in der vereinbart wurde, die Ländereien der Apika ́y Gemeinde bis 2010 zu demarkieren. Jedoch wurde der Zeitplan des Abkommens nie eingehalten. Die brasilianische Verfassung, die UN-Erklärung über die Rechte Indigener Völker, sowie die 169. Konvention der ILO (International Labour Organisation) garantieren den Guarani-Kaiowá einen gesetzlichen Anspruch auf ihr früher bewohntes Land. Der ehemalige UN-Sonderberichterstatter James Anaya forderte die brasilianische Regierung zudem auf, die internationalen gesetzlichen Bestimmungen umzusetzen. Da die Beschlüsse zur Demarkierung bis heute nicht durchgeführt wurden, besetzten etwa 60 Angehörige der Guarani-Kaiowá Apika'y am 15. September 2013 eine Zuckerrohrplantage im Bundesstaat Mato Grosso do Sul, von der sie sagen, dass sie sich auf ihrem angestammten Land befindet. Sie wurden von bewaffnetem Personal einer privaten Sicherheitsfirma bedroht, welche auf der Plantage arbeitet. Zuvor lebte die Gemeinde seit 1999 am Rande einer Schnellstraße, die vor der Plantage vorbei führt und zu zahlreichen Verkehrstoten unter den Indigenen geführt hat. Die Gemeinde berichtet, dass das bewaffnete private Sicherheitspersonal, das auf der Plantage tätig ist, drohte, sie zu töten.

Das Sicherheitspersonal brannte zudem Teile der indigenen Siedlung nieder und hielten die Menschen davon ab, Wasser von einem Bach zu holen, welcher durch die Zuckerrohrplantage fließt. Angestellte der Sicherheitsfirma waren zuvor bereits aufgrund von Straftaten verurteilt worden, u.a. wegen zweier noch vor Gericht laufender Mordfälle. Außerdem wurde die Firma 2014 aufgrund „unbestreitbar gesetzeswidrige Aktivitäten“ geschlossen. Dennoch halten die Bedrohungen an. Amnesty International fürchtet um die Sicherheit dieser 60 Personen, einschließlich Kinder und fordert die brasilianische Regierung auf, die Rechte der Apika ́y Gemeinde auf ihr angestammtes Land in vollem Umfang und effektiv aufrechtzuerhalten und die langandauernden Muster von Missbrauch und Diskriminierung, denen sie ausgesetzt sind, aufzuheben. Außerdem sind die Bedrohungen gegen die Apika ́y vollständig, unverzüglich und unparteiisch zu untersuchen. Wir fordern die brasilianische Regierung dazu auf die brasilianischen Verfassung von 1988 und ihre internationalen Verpflichtungen, einschließlich der Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation und der UN-Erklärung über die Rechte der Indigenen Völker, völlig und effektiv zu erfüllen. Die Guarani-Kaiowá kämpfen mit bescheidenen Mitteln für ihre Rechte, jedoch ohne ausreichende Unterstützung und Schutz durch den brasilianischen Staat. Jetzt ist es an uns, Unterstützung anzubieten und den Druck auf die brasilianische Regierung zu erhöhen.

Hilf mit, drucke diese Petition aus, sammel Unterschriften und setze dich für die Rechte der Guarani Kaiowá Apika'y ein!


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